Das Marketing ist nicht kaputt, deine Daten sind es

Inhaltsverzeichnis
Der „eCom Ops“-Podcast: „Marketing ist nicht kaputt, sondern deine Daten.“ Justin Rashidi, Chief Strategy Officer bei SeedX.

Wenn die Marketingleistung nachlässt, geben die meisten Unternehmen dem Vertriebskanal die Schuld.

„Meta funktioniert nicht mehr.“
„Google ist zu teuer geworden.“
„Die Kundenbindung lässt sich nicht skalieren.“

Aber laut Justin Rashidisind das selten die eigentlichen Probleme.

In dieser Folge des Ecom Ops Podcasterklärt Justin, warum die meisten Marketing-Herausforderungen eigentlich Daten-, Attributions- oder Systemprobleme. Von irreführenden Dashboards über fehlerhafte Attributionsmodelle bis hin zu ineffizienten Übergaben vom Marketing an den Vertrieb – er zeigt auf, wie Unternehmen die Performance falsch interpretieren und wie man das beheben kann.

Wenn deine Marketingentscheidungen auf Dashboards basieren, könnte diese Folge deine Sichtweise darauf verändern.

Über den Gast

Justin Rashidi ist Mitbegründer und Chief Strategy Officer bei SeedX, einer datengestützten Marketing- und Unternehmensberatung, die bereits mehr als 150 Unternehmen dabei geholfen hat, einen Umsatz von über 1 Milliarde Dollar zu erzielen.

Mit seinem Hintergrund in Naturwissenschaften und Ingenieurwesen betrachtet Justin Marketing wie ein Betriebssystem und konzentriert sich dabei auf Datenintegrität, Messkonzepte und Geschäftsergebnisse, statt nur auf Kampagnen oder kreative Inhalte. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht es, verschwendete Werbeausgaben, fehlerhafte Attributionsmodelle, ineffiziente Trichter und mangelhafte Analysen aufzudecken, die Unternehmen daran hindern, effektiv zu skalieren.

SeedX ist eine datengesteuerte Marketing- und Unternehmensberatung, die Unternehmen dabei hilft, zu wachsen, indem sie Marketing, Technologie und Geschäftsstrategie aufeinander abstimmt. Anstatt sich nur auf Kampagnen zu konzentrieren, arbeitet das Unternehmen daran, herauszufinden, was tatsächlich den Umsatz steigert, und alles andere zu eliminieren. Ihr Ansatz kombiniert Datenanalyse, Systemdenken und klare geschäftliche KPIs, um verschwendete Werbeausgaben aufzudecken, ineffiziente Trichter zu optimieren und die Marketingleistung direkt mit den Geschäftsergebnissen zu verknüpfen. 

Die wichtigsten Erkenntnisse

Die Zuschreibung ist oft falsch (manchmal sogar völlig falsch)

Viele Unternehmen verlassen sich stark auf die Attributionsmodelle von Werbeplattformen, doch Justin warnt davor, dass diese Modelle häufig zugunsten der Plattformen selbst verzerrt sind.

Anstatt blind auf Attributionsmodelle zu vertrauen, sollten Unternehmen Inkrementalitätstests, kausale Wirkungsstudien und Marketing-Mix-Modellierungen durchführen, um die tatsächliche Performance zu verstehen.

Die Zuordnung kann als Orientierungshilfe dienen, sollte aber nicht als endgültige Wahrheit angesehen werden.

Marketingkanäle sollten wie Mitarbeiter behandelt werden

Wenn ein Marketingkanal dauerhaft hinter den Erwartungen zurückbleibt, schlägt Justin einen einfachen Ansatz vor:

Feuer.

Genau wie bei Mitarbeitern halten Teams oft an leistungsschwachen Kanälen fest, weil sie nicht wissen, womit sie diese ersetzen könnten. Doch die Ermittlung und Ersetzung der Kanäle mit der geringsten Leistung ist oft einer der schnellsten Wege, um die Marketingleistung zu verbessern.

Durch Kundenbindung lassen sich 10–20 % mehr Umsatz erzielen

Viele Unternehmen unterschätzen das Umsatzpotenzial, das in Kundenbindungskanälen steckt, wie zum Beispiel:

  • E-Mail-Marketing
  • SMS-Kampagnen
  • Retargeting-Anzeigen

Justin warnt jedoch davor, immer wieder auf dieselbe Zielgruppe zurückzugreifen. Kundenbindung funktioniert am besten, wenn sie mit kontinuierlichem Wachstum am Anfang des Trichters, anstatt dieselben Nutzer zu überoptimieren.

Serverseitiges Tracking wird immer noch zu wenig genutzt

Trotz der Vorteile verlassen sich viele Unternehmen nach wie vor stark auf veraltete clientseitige Tracking-Lösungen.

Justin glaubt, der Grund sei einfach: mangelnde Bildung.

Die meisten Unternehmen, die die Vorteile von serverseitigen Tracking- und Conversion-APIs erkennen, setzen diese schnell um, doch viele Organisationen sind mit diesem Konzept und seinen Vorteilen noch gar nicht vertraut.

Steigende Werbekosten erfordern kreative Strategieänderungen

Die Werbekosten auf Plattformen wie Meta und Google steigen von Jahr zu Jahr weiter an.

Justin schlägt drei Hauptstrategien vor, mit denen Unternehmen diesem Trend entgegenwirken können:

  • in eine stärkere kreative Differenzierung investieren
  • das Geschäftsmodell so anzupassen, dass die Anschaffungskosten gedeckt werden
  • früher in Markenmarketing zu investieren, um Kunden zu beeinflussen, bevor sie in die Kaufphase eintreten

KI wird die Werbeausgaben nicht senken; sie könnte sie sogar erhöhen

Während man erwartet, dass KI durch Automatisierung und Effizienzsteigerung die Betriebskosten senkt, glaubt Justin, dass sie in Wirklichkeit die Marketingausgaben erhöhen.

Wenn Unternehmen weniger für Betriebskosten ausgeben, können sie diese Einsparungen in Wachstumsbereiche wie bezahlte Werbung reinvestieren.

Das Ergebnis: kleinere Teams, schlankere Abläufe, aber höhere Marketingbudgets.

Unsaubere Daten machen KI nutzlos

Unternehmen stürzen sich oft darauf, KI-Tools einzuführen, ohne sich um die Qualität ihrer zugrunde liegenden Daten zu kümmern.

Justin betont, dass KI-Systeme vollständig von den Daten abhängen, mit denen sie gefüttert werden. Sind die Daten fragmentiert oder schlecht strukturiert, können Automatisierung und KI-Agenten keine verlässlichen Erkenntnisse oder Effizienzsteigerungen liefern.

Saubere Daten entstehen erst nach der Festlegung klarer Geschäftsziele, nicht davor.

Wachsende Marken verstehen Margen und Cashflow

Unternehmen, die erfolgreich wachsen, haben alle eine entscheidende Eigenschaft gemeinsam: Sie haben ein tiefes Verständnis für ihre Margen und die Dynamik ihres Cashflows.

Erfolgreiche Marken wissen genau, wann ein Kunde profitabel wird – sei es schon beim ersten Kauf oder erst Monate später – und richten ihre Marketingstrategie genau darauf aus.

Unternehmen, die nicht wachsen, konzentrieren sich oft zu sehr auf starre Kostenkategorien, anstatt zu verstehen, wie das Geld tatsächlich durch das Unternehmen fließt.

Erwähnte Ressourcen

  • SeedX – Justins Beratungsunternehmen, das sich auf datengestützte Marketingstrategien und Geschäftsoptimierung spezialisiert hat.
  • Server-seitige Tracking- und Conversion-APIs – Moderne Tracking-Infrastruktur, die die Messgenauigkeit und die Zuverlässigkeit der Daten verbessert.
  • Marketing-Mix-Modellierung (MMM) – Eine statistische Methode, mit der die Marketingeffektivität über mehrere Kanäle hinweg gemessen wird.
  • Inkrementalitätstests – Experimente, mit denen ermittelt werden soll, ob eine Marketingmaßnahme tatsächlich zusätzliche Einnahmen generiert.
  • Business-Intelligence-Tools (BI) – Systeme, die von größeren Unternehmen genutzt werden, um Cashflow, Marketingleistung und betriebliche Kennzahlen zu analysieren.

Fazit

Marketing scheitert selten am Kanal.

Meistens liegt das eigentliche Problem tiefer: in fragmentierten Daten, irreführender Attribution, unklaren Zielen oder falsch verstandenen Margen.

Wie Justin erklärt, optimieren Unternehmen, die erfolgreich skalieren, nicht nur ihre Kampagnen. Sie entwickeln Messsysteme, saubere Datenpipelines und Finanzmodelle auf, die das Marketing mit den Geschäftsergebnissen in Einklang bringen.

Denn wenn du deine Margen, deine Daten und deinen Cashflow verstehst, wird Marketing zu einem Wachstumsmotor.

Der eCom Operations-Hack Nr. 1

„Deine Basisdaten sind das, was deine Agenten antreibt. Wenn sie nicht gut strukturiert sind, kannst du die Vorteile der Automatisierung nicht voll ausschöpfen.“

Der „eCom Ops Podcast“ mit Justin Rashidi, Chief Strategy Officer bei SeedX. Zitat: „Attribution ist wie ein Kompass, und manchmal kann dein Kompass völlig kaputt sein.“

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