Die Zukunft der Produktvisualisierung: "Probieren vor dem Kaufen" ist tot.

Inhaltsverzeichnis
eCom Ops Podcast,Zukunft der Produktvisualisierung Daniel Frith

Unser Gast, Daniel Frithhat drei Jahrzehnte damit verbracht, die Art und Weise, wie wir Produkte wahrnehmen, zu gestalten - von seinen Anfängen in der Flugsimulation über die Leitung der 3D-Innovation bei IKEA bis hin zu seiner Tätigkeit als Chief Creative Officer bei London Dynamics.

Wir tauchen ein in die Welt der fotorealistischen 3D- und AR-Erlebnisse und erfahren, wie sie den E-Commerce nachhaltig verändern werden.

Über

Daniel Frith ist ein echter Pionier in der Welt der 3D-Visualisierung. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in den Bereichen Spiele, Film, Werbung und E-Commerce hat er globalen Marken geholfen, die Art und Weise, wie sie Produkte digital präsentieren, zu verändern.

Als ehemaliger 3D Framework Leader bei IKEA hat Daniel 3D in die DNA des Unternehmens eingebettet und die Produktions-, Kundenerlebnis- und Innovationsabläufe umgestaltet. Heute ist er der Chief Creative Officer bei London Dynamicswo er die Produktvisualisierung der nächsten Generation für Möbel, Automobile, Mode und mehr leitet. Außerdem ist er Vorsitzender der 3D Commerce Working Group der Khronos Group, die globale Standards für die Zukunft des immersiven Einzelhandels setzt.

London Dynamics definiert die Art und Weise, wie Verbraucher online einkaufen, durch fortschrittliche 3D- und AR-Erlebnisse neu. Das von Branchenveteranen, darunter der ehemalige IKEA-SVP Michael Valdsgaard, gegründete Unternehmen vereint jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen 3D-Erstellung, Einzelhandelsinfrastruktur und digitale Transformation. Von konfigurierbaren Fitnessgeräten bis hin zu fotorealistischen Autopräsentationen hilft London Dynamics Einzelhändlern, die Vorstellungslücke zu schließen und das Kaufvertrauen zu stärken. Das Unternehmen mit Sitz in London ist eine treibende Kraft bei der AR-Revolution im eCommerce.

Die wichtigsten Erkenntnisse

3D-Visualisierung ist nicht nur etwas für große Marken

  • Egal, ob du zwei Produkte oder zweitausend verkaufst, wenn die Individualisierung Teil des Angebots ist - wie Stoffe, Farben oder Zubehör - kann die 3D-Produktvisualisierung im Vergleich zur traditionellen Fotografie enorme Zeit und Kosten sparen. Sogar Start-ups können davon profitieren.

  • Daniel erklärt, wie London Dynamics Unternehmen aller Größen dabei hilft, statische Produkte in interaktive Erlebnisse zu verwandeln, die die Übersichtlichkeit, das Vertrauen und die Konversionsrate erhöhen, unabhängig von der Anzahl der Artikel.

AR ist nicht das Endziel - es ist eine Ergänzung

  • Augmented Reality ist ein mächtiges Werkzeug, um Verbrauchern zu helfen, sich Produkte in ihrem Umfeld vorzustellen - aber es ist selten der erste Schritt zur Konversion. Die meisten Käufe erfolgen nach der Interaktion mit 3D im Internet, nicht mit AR.

  • AR wird am besten als "Fit-Check"-Tool und nicht als zentrales Kauferlebnis genutzt. Unstimmigkeiten bei der Beleuchtung und Einschränkungen bei der Hardware wirken sich immer noch darauf aus, wie genau AR aussieht, daher dient es eher als Bestätigung denn als Hauptantrieb.

KI ist hilfreich - braucht aber immer noch ein menschliches Auge

  • Daniel erzählte von seinen praktischen Erfahrungen mit der KI-gestützten 3D-Generierung und warum sie noch nicht für die vollständige Produktmodellierung bereit ist. Transparenz, Genauigkeit und Komplexität sind nach wie vor große Herausforderungen.

  • Stattdessen wird KI als ergänzendes Werkzeug in 2D-Rendering-Workflows eingesetzt, z. B. bei der Erstellung von Kulissen für 3D-Produktaufnahmen, um Zeit bei der kreativen Gestaltung zu sparen, ohne dass der Mensch auf seine Fähigkeiten verzichten muss.

Standardisierung ist der unbesungene Held von skalierbarem 3D

  • Ein Grund dafür, dass die Modelle von London Dynamics bei Shopify, WooCommerce, Magento und auf verschiedenen Geräten gut funktionieren, ist der Fokus auf standardisierte Formate - wie glTF - die die Konsistenz über alle Plattformen hinweg sicherstellen.

  • Als Vorsitzender der 3D Commerce Working Group der Khronos Group betont Daniel, wie wichtig es ist, dass 3D-Erlebnisse auf Smartphones, Laptops und Browsern zugänglich und konsistent sind, ohne dass sie angepasst werden müssen.

Die Technik entwickelt sich weiter - und die Herstellung auch

  • Eine der unerwartetsten Auswirkungen von 3D-Konfiguratoren ist die Art und Weise, wie sie die Produktion beeinflussen. Wenn Kundinnen und Kunden Produkte mit Hilfe von 3D-Konfiguratoren anpassen, kann dies dazu führen, dass Marken ihren Produktionsschwerpunkt auf Basis der Echtzeit-Nachfrage verlagern.
  • Daniel erzählte, wie ein Kunde aus der Fahrradbranche seine Produktionsstrategie überarbeitete, nachdem die 3D-Visualisierung gezeigt hatte, welche Kombinationen die Kunden tatsächlich am meisten wollten - ein Beweis dafür, dass 3D nicht nur kosmetisch, sondern auch strategisch wichtig ist.

Erwähnte Ressourcen

  • Khronos Group - 3D Commerce Working Group - Industriekonsortium, das sich auf Standards wie glTF für 3D-Erlebnisse im Handel konzentriert.
  • IKEA Place - AR-basierte Möbel-App, die während Daniels Zeit bei IKEA entwickelt wurde und mit der du Produkte virtuell in deinem Raum platzieren kannst.
  • glTF Format - Ein lizenzfreies Dateiformat für die effiziente Übertragung und das Laden von 3D-Szenen und -Modellen, das im Mittelpunkt der Standardisierungsbemühungen im 3D-eCommerce steht.
  • Amazon AR - Wird als Beispiel für die AR-Funktionalität genannt, die es Nutzern ermöglicht, Produkte wie Fernseher oder Soundbars vor dem Kauf in ihrem Raum zu betrachten.
  • Shopify, Magento, WooCommerce - Die genannten Plattformen lassen sich mit den 3D-Tools von London Dynamics integrieren und sorgen für eine reibungslose Visualisierung und einen reibungslosen Kassenablauf, unabhängig vom Backend des Shops.
  • Mojo Vision - Ein Unternehmen, das an intelligenten Kontaktlinsen für Heads-up-AR-Erlebnisse arbeitet.
  • Snap & Ray-Ban / Meta Ray-Ban Brillen - Sie werden als Beispiele für Unternehmen genannt, die tragbare AR-Technologie vorantreiben.

Fazit

Von Spielen und Flugsimulatoren bis hin zur Umgestaltung des digitalen IKEA-Erlebnisses: Daniel Frith hat uns gezeigt, dass 3D nicht nur ein visuelles Flair ist - es ist ein Geschäftsvorteil. Egal, ob du ein Startup mit drei Artikeln oder ein Unternehmen mit Tausenden von Artikeln bist, 3D und AR können die Art und Weise, wie deine Produkte gesehen, erlebt und letztendlich gekauft werden, verbessern. Mit der Weiterentwicklung von Wearables und KI ist die Zukunft des E-Commerce nicht mehr statisch. Sie ist interaktiv, immersiv und pixelperfekt.

Der eCom Operations-Hack Nr. 1

"Du brauchst nicht Tausende von Produkten, um von 3D zu profitieren. Selbst bei einigen wenigen Artikeln, wenn du Anpassungsmöglichkeiten hast, wie z.B. 70 verschiedene Stoffe, ist das ein entscheidender Faktor für Kosten, Zeit und Skalierbarkeit."

eCom Ops Podcast, Episode 135, Zitat, Daniel Frith

Wir sehen uns in der Show!

Hat dir diese Folge gefallen? Abonnieren Sie den eCom Ops Podcast für weitere Gespräche mit führenden Persönlichkeiten aus den Bereichen eCommerce, Technik und Betrieb. Wenn du deine Geschichte in der Sendung erzählen möchtestdann schreib uns eine Nachricht. Wir sind immer auf der Suche nach klugen Köpfen, die sinnvolle Arbeit leisten.

Bis zum nächsten Mal!

Erfahre jede Woche Neuigkeiten über Integrationen und Apps

Sprich mit dem Integrationsexperten

Einzigartige Geschäftsbedürfnisse erfordern einzigartige Lösungen - Wir sind hier, um sie für dich zu finden!

Integrationen aAnwendungen Bild